Sonderkürzung der EEG Vergütung

Heute, am 30.11.2018 hat der Bundestag in 2. und 3. Lesung das Energiesammelgesetz in abgemilderter Form eine Übergangsregelung für die Photovoltaik verabschiedet:
Sonderkürzung der Vergütung für Neuanlagen von 40 bis 750 kWp
Die Absenkung in Höhe von insgesamt ca. 11 % (zzgl. der zu erwartenden Degression von 1 % / Monat) erfolgt ab 1. Februar 2019 in drei Schritten: 

  • 01.02.2019: 9,87 Cent/kWh
  • 01.03.2019: 9,39 Cent/kWh
  • 01.04.2019: 8,90 Cent/kWh

Die genannten Werte beziehen sich auf die im Rahmen der Direktvermarktung anzulegenden Erlösobergrenzen im Sinne des Marktprämienmodells. Eine Pflicht zur Direktvermarktung des produzierten Stroms besteht für Anlagengrößen ab 100 kWp.
Bitte beachten Sie: Die Berechnung der Vergütung erfolgt auf Basis einer Mischkalkulation anteilig der installierten Leistung. Die Sonderkürzung betrifft damit ausschließlich Strom, der durch den Anlagenanteil >40 kWp erzeugt wurde. Vor dem Hintergrund steigender Bezugsstrompreise trägt ein hoher Eigenverbrauchsanteil zusätzlich zu einer ausgezeichneten Rentabilität bei.
Tatsächlich liegt die Eigenkapitalrendite z.B. für eine 300 kWp Anlage unter Berücksichtigung des Vorteils des „21. Jahres“ bei Inbetriebnahme im Februar 2019 bereits bei 25 % Eigenverbrauchsanteil auf vergleichbar attraktivem Niveau im Vergleich zur Inbetriebnahme noch in diesem Jahr.
    
EEG-Vergütung nach Marktprämienmodell
Dezember 2018         Februar 2018
10,64 Cent/kWh        10,09 Cent/kWh

Durchschnittliche Rendite auf Eigenkapitalanteil
Dezember 2018         Februar 2018
9,59 % / Jahr              9,29 % / Jahr

Annahmen: Spezifische Anlagenkosten: 920€/kWp, spezifischer Anlagenertrag: 880 kWh/kWp/a, Eigenkapitalanteil: 20 %, Direktvermarktung: 75 %, Eigenverbrauchsanteil: 25 %, Wartung / Versicherung nicht berücksichtigt
 
Auch Mieterstromprojekte ab 40 kWp sind von der o. g. Förderungskürzung betroffen. Von der Vergütung werden bisher pauschal 8,5 Cent pro Kilowattstunde abgezogen. Im Energiesammelgesetz ist nun eine Reduzierung des Pauschalabschlages von 8,5 auf 8 Cent/kWh vorgesehen.
 
Eine Anschlussregelung für den 52 GW-Deckel wurde vertagt und soll laut einer Nebenabrede innerhalb einer parlamentarischen Arbeitsgruppe erarbeitet werden. Als zeitliche Zielsetzung wurde eine Einigung zum Frühjahr 2019 ins Auge gefasst. Eine gesetzliche Verankerung soll ab spätestens Herbst 2019 erfolgen.
 
Derweil bestätigen die ebenfalls heute veröffentlichten Zubauzahlen der Bundesnetzagentur einen weiterhin positiven Photovoltaik-Nachfragetrend. Mit 182,054 MWp (davon 13,111 MWp Freiflächenanlagen) liegt die neu registrierte Anlagenleistung im Oktober 2018 höher als in den Vergleichsmonaten der letzten fünf Jahre. Dies ist aus unserer Sicht erst der Anfang einer extremen Marktbelebung.